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Amphi 2008 : Nachbericht

28. Juli 2008 | Von DustDevil | Kategorie: Festival, Rezensionen

Amphi – Festival 2008 : 19. – 20.07.2008 – Köln Tanzbrunnen

Impressionen

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“Jedes Jahr im Sommer jeht dat Spielchen wieder los…….”
Während in einer großen Kölner Tageszeitung noch eine Diskussion geführt wird, ob Männer mit Chaps (Arschfrei…Wink im Rahmen des CSD das ästhetische Empfinden der heterose-xuellen Menschen (ja, so was gibt es in Köln!) beeinträchtigen, stiefeln (teilweise) geschätzte 150 kg-Frauen in knallengen schwarzen Lackcorsagen durch Köln-Deutz. (…..ästhetisches Empfinden?).

Bereits zum vierten Mal durften wir am Dritten Juli Wochenende 2008 das Amphi Festival in Köln feiern. Fast 20.000 Szenegänger sorgten für ein ausverkauftes Amphi 2008. Hierfür hat ein sehr attraktives Programm aus Konzerten, Autogrammstunden, Märkten, Parties u.v.m. gesorgt.

Das Ultra Dark Radio & Darker Radio Team trotzte dem Chaos – Wetter. Von 30 Grad Hitze bis zu starker Re-genschauern war alles dabei…..

Samstag, 19.07.2008

Zeromancer

Sänger Alex Moklebust & Band waren das zweite Mal beim Amphi dabei.
Wie sagte eine Begleiterin “ein Körper zum danieder knien”…. aber auch Alex Stimme be-geisterte die Anwesenden. Insgesamt wurde eine solide Electrorock Party am frühen Nachmittag gefeiert. Besonders die Zuschauer(innen) waren mehr als “eingestimmt”…. oder “wohlgestimmt”?

Welle:Erdball

Honey schafft es immer wieder, sich etwas Besonderes, noch nie dagewesenes auszuden-ken. Und so gestalteten Honey, Alf, Frl. Venus und Plastique während des Konzertes ihr Bühnenbild selber. Heißt: Abwechselnd sprühten die vier ein Bühnenbild auf die vorher auf-gestellten Wände. Wie immer wurden zu jeden Song passende Accessoires präsentiert. Beim Song “Arbeit adelt” bearbeitete Honey wie immer die große Blechtonne und beim Song “Starfighter” wurden Papierflieger ins Publikum geworfen. Gewisse Showeffekte ge-hören einfach zu einem Welle:Erdball – Konzert.
Selbstverständlich wird der COMMODORE 64 als Mitglied des Senders Welle:Erdball in Klang, Bild, Text und Sprache gefeiert. Nach 40 min Programm, in denen die Worte Sar-kasmus, Ironie, Satire und Humor eine ganz neue Bedeutung bekommen haben, verab-schiedeten sich Welle:Erdball von ihren Fans. Trotz gewisser Standards schaffen Honey & Co. es immer, was Neues zu präsentieren und ihr Publikum dementsprechend zu unterhal-ten.

Asbury Heights

Die Newcomer aus Schweden präsentierten auf dem Amphi Ihre neue e.p. “Monringstar in a black car”. Sängerin Yazemine und der Keyboarder Anders wirken beide zerbrechlich und sanft, konnten aber durch souveräne, charismatische Stimmen überzeugen. Nur hatte man den Eindruck, dass das Publikum um 15:20 mit soviel Schwedenpower restlos überfordert war.

Deine Lakaien

Dass bei Deine Lakaien ein großer Andrang an der Mainstage herrschen würde war anzu-nehmen. Auch wenn es in der letzten Zeit etwas ruhig um Alexander Veljanov & Co gewor-den ist, haben sie sich doch in den letzten 20 Jahren eine riesige Fangemeinde in der Szene erspielt. Alexander reihte einen Hit an den nächsten: “Darkstar”, “Over and Done”, “Brain Fic” und “Love me to the End”. Die energiegeladene, teilweise avantgardistische Darbietung war etwas ganz besonderes. Die dramatischen Wolkenberge am Himmel erzeugten passen dazu ein Amphi – Gänsehautfeeling……

Rotersand

Rotersand waren eins der Highlights des Festivals. Sänger Rascal wirkte entspannt und souverän. Das Bandlogo leuchtete in verschiedenen Farben auf – die Show begann!
„Almost Violent“. „Ím a passenger waiting for departure“. „The Last Ship“.
Mit Vollgas ging es durch das letzte Album “1023″ und die neue MCD “I cry”. Die energiege-ladene Show und das perfekte Zusammenspiel von Rascal, Krischan und Gun zogen das Publikum von Anfang an mit. Eine gute Mischung aus schnellen, druckvollen Songs und et-was langsameren melodiösen, keyborddominierten Stücken, garantierte die uneinge-schränkte Aufmerksamkeit des Publikums.

Oomph!

Dann war es endlich so weit: Erst kamen die zwei Saitenspezialisten Crap und Flux, dann die Gastmusiker und als letztes Publikumsliebling Dero auf die Bühne – wie immer in letzter Zeit in weißer Irrenhauskluft. Songtechnisch ist eine große Bandbreite vorhanden, selbst-verständlich mit dem Hauptaugenmerk auf der neuen Platte “Monster”. Die Wolfsburger Jungs haben ihrem Ruf, eine exzellente Liveband zu sein alle Ehre gemacht. Mit Ihrem Klassiker “Herz” wurde der Abend beendet. Ein ganz hervorragender Abschluss des Samstagabend.

Sonntag, 20.07.2008

L´Ame Immortelle

Die Österreicher Sonja und Thomas zeigten sich gut gelaunt. Die Beiden schaffen es immer wieder, zu jeden Song die passenden Emotionen zu präsentieren. Große Gesten und eine gewohnt gute Performance. Der einzige Haken war, dass ausgerechnet zu ihrem Auftritt die Sonne schien, was natürlich alles andere als passend zur Düster – Romantikstimmung der Band war. Die meisten Songs von L´Ame Immortelle sind halt für die dunkel – romantischen Stunden des Lebens geschrieben.

Suicide Commando

20 Jahre versorgt der Belgier Johan van Roy die Industrial – Gemeinde nun schon mit quali-tativ hochwertigen Sounds. So wurde er vom enthusiastischen Publikum auf der Mainstage dementsprechend abgefeiert. Suicide Commando brachten die Menge mit Klassikern wie “Bind, Torture, Kill”, “Dein Herz, meine Gier”, Love Breeds Suicide” und “Raise Your God” zum Kochen. Dass der sichtlich gut aufgelegte Johan wie ein Tiger im Käfig über die Bühne lief, heizte die Stimmung noch mehr an.

Project Pitchfork

Die Electro – Legenden um Sänger Peter Spilles spielten vor großer, erwartungsfroher Ku-lisse auf der Mainstage und begannen ihr Set nach dem Intro mit einem “Best of” ihrer bis-herigen Veröffentlichungen, woraufhin im vorderen Drittel des Publikums eine nette Party gefeiert wurde. Alte Hits wie “Timekiller” durften nicht fehlen, aber auch “Alpha Omega” und “Requiem” fehlten nicht. Ein Highlight war das Duett mit Sara Noxx – der “Earth – Song” ist schon jetzt ein Klassiker. Project Pitchfork – Der Stand der Dinge in Sachen „Dark Electro-pop“!

And One

Wenn das mal nicht richtige Electrolore (Electro + Folklore) war…..
Kleiner Mann, großes Selbstbewusstsein! Steve hat richtig Gas gegeben. Mit Klassikern wie “Deutschmaschine”, “Get you closer” und “Techno Man” wusste Steve genau, was die Fans wollten. Schon ein Hüftschwung reichte, um 80% der Mädels zum kreischen zu bringen. Man könnte meinen, dass er von der Bühne aus nach Frauen Ausschau hielt. Das alte Schlitzohr! Auch die üblichen Coverversionen der bekannten 80´er Jahre Hits gehören ein-fach zu einem And one – Konzert. Ein Höhepunkt war der Song “Timekiller”, als Überra-schung standen auf einmal Peter Spilles & Co. auf der Bühne. Die Fans und Steve bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Partyalarm!!!!!

Die Krupps

Das letzte Mal hatte ich Die Krupps Mitte der 90´er bei ihrem legendären Konzert im Rah-men des niederländischen Dynamo Open Air gesehen. Obwohl nicht nur die Songs, sondern auch Jürgen Engler und seine Band nun eine Dekade mehr auf dem Buckel haben, ließ ihr Amphi-Auftritt weder Energie noch Spielfreude alter Tage vermissen. Während andere Musiker nach einer so langen Auszeit es nie wieder auf die Bühne schaffen, brachte die agile Düsseldorfer Formation das Elektrorock liebende Publikum zum Hüpfen, Klatschen und feiern. Die Waffe der Krupps: Ein Bündel energisch dargebotener Klassiker wie etwa “The Dawning of Doom”, “Metal Machine Music” und “To the Hilt”, bei denen die Zuschauer eifrig mitsangen. Ein sehr cooler Abschuss für das Amphi 2008!

Ein besonderer Entertainmentfaktor waren auch die gelungenen und passenden Ansagen von Moderator Honey (Welle:Erdball).

Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie tausende von Menschen sich an einem Wochen-ende zusammenfinden, um die verschiedensten Bands zu sehen, und alles läuft reibungslos und harmonisch ab. Es war ein sehr schönes Wochenende an das man sich gerne zu-rückerinnert.

Ein Bericht von Karsten Allenstein

>> Bilder zum Amphi 2008 in unserer Galerie (klick)

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